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Verleihung des Förderpreises 2011

an Julia Werner für ihre Diplomarbeit
Entwicklungs- und Anpassungsstrategien für ländliche Räume

von links: Prof. Axel Lorig, Julia Werner (die Preisträgerin) und Prof. Dr. Karl-Heinz Thieman (Vorsitzender der DLKG), Quelle: DLKG

von links: Prof. Axel Lorig, Julia Werner (die Preisträgerin) und Prof. Dr. Karl-Heinz Thieman (Vorsitzender der DLKG)

Die Deutsche Landeskulturgesellschaft verleiht seit 2008 jährlich den DLKG-Förderpreis für besondere, herausragende Leistungen im Bereich der Landeskultur und Landentwicklung und unterstützt damit wissenschaftlich-methodisch oder umsetzungsorientiert ausgerichtete Forschungsarbeiten bzw. -projekte. Es muss sich um eine besondere, herausragende Leistung handeln, das heißt es muss entweder besonderes wissenschaftlich-methodisches Vorgehen nachgewiesen werden oder die Arbeit muss in besonderem Maße umsetzungsorientiert sein.

Der Förderpreis 2011 wurde an Julia Werner aus Dexheim in Rheinland-Pfalz für ihre Diplomarbeit „Entwicklungs- und Anpassungsstrategien für ländliche Räume“ vergeben.
Frau Werner ist Geografin. Sie wählte ein Diplomarbeitsthema, das in einen geodätisch-, landwirtschaftlich-raumordnerischen Bereich einzuordnen ist, verknüpft dabei völlig unterschiedliche Wissensbereiche und geht mit pointierten gesellschaftspolitischen Fragestellungen an ein völlig neues Gebiet – das Schrumpfungsmanagement für ländliche Räume in Deutschland – heran. Frau Werner vergleicht integrierte ländliche Entwicklungskonzepte und Regionalmanagements aus Sachsen und Rheinland-Pfalz. Dahinter verbirgt sich die beeindruckende Zahl von 64 Leitprojekten, die sie detailliert untersucht. Nach der Einführung mit der Untersuchung demografischer Wandel, Bevölkerungsentwicklung und dazugehörenden Fragestellungen behandelt sie die Steuerung von Entwicklungsprozessen in ländlichen Räumen.

Hieran schließt sich ein wichtiger Teil an: Sie formuliert sechs mögliche Entwicklungs- und Anpassungsprozesse für ländliche Räume. Dabei geht sie den dualen Weg „Anpassen und Gegensteuern“. Anpassen bedeutet, die Schrumpfungsprozesse zu nutzen, um die Prozesse behutsam herunterzufahren, Gegensteuern ist ein Stabilisieren ausgewählter überlebensfähiger Gemeinden. Frau Werner vergleicht nach ihrer umfassenden Bestandsaufnahme der vier ausgewählten Regionalmanagements, was die dort angesetzten ILEKe und Regionalmanagements gebracht haben, und zwar konkret bezogen auf die vorab formulierten notwendigen Prozesse in diesen Räumen. Das Ergebnis ist bemerkenswert: Regionalmanagement, ILEK und natürlich auch LEADER, dass sind die besten Wege, die wir derzeit für die notwendigen Entwicklungs- und Anpassungsprozesse in Deutschland aufbieten können. Frau Werner gehört zu den ersten, die dieses Ergebnis in einer Diplomarbeit besonders überzeugend herausgearbeitet hat. Aber sie stellt auch eindeutig fest, dass diese Instrumente weiterentwickelt werden müssen, um einem „Schrumpfungsmanagement“ gerecht zu werden.

Ihre Argumente, die sie in der Diplomarbeit formuliert und in einer Präsentation aufbereitet, sind so überzeugend, dass sie in den Arbeitskreis „Grundsatzangelegenheiten“ der Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft Landentwicklung eingeladen wird, um dort Vorschläge zur Verbesserung von integrierter ländlicher Entwicklung zu unterbreiten und zu diskutieren. Aus ihrem Vortrag wird deutlich, dass die Prozesse auf einem höheren Level weitergeführt werden sollten, wenn sie eigentlich als beendet angesehen werden.
Konsequenz ist dieser Überlegungen ist, dass die Fördergrundsätze der integrierten ländlichen Entwicklung überarbeitet werden müssen. Dies ist in wesentlichen Punkten aufgrund der Überlegungen und Vorschläge von Frau Werner geschehen. Die Fördergrundsätze werden für ein zukunftsgerechtes Schrumpfungsmanagement fortgeschrieben.

Frau Werner hat damit bereits aus einer Diplomarbeit heraus Impulse gegeben, die man im Allgemeinen frühestens in einer Dissertation oder aus Facharbeitskreisen heraus erwarten kann. Die Jury des DLKG-Vorstandes hat daher entschieden, Frau Julia Werner den Förderpreis des Jahres 2011 zuzuerkennen. Die Diplomarbeit von Frau Werner kann Anspruch und Vorbild für alle Studierenden sein.