Wir über uns

Die Deutsche Landeskulturgesellschaft (DLKG) ist eine wissenschaftlich ausgerichtete und interdisziplinäre Organisation zum Themenfeld der Entwicklung ländlicher Räume. Fachliche Schwerpunkte sind dabei die Landnutzung, Landeskultur und Landentwicklung sowie die Dorferneuerung, Orts- und Regionalplanung.

Mit bundesweit über 200 ständigen Mitgliedern vereint die Deutsche Landeskulturgesellschaft namhafte in den verschiedenen Bereichen der ländlichen Entwicklung tätige Personen und Institutionen. Die DLKG versteht sich als Forum für den Austausch von Wissenschaft und Praxis. Sie verfolgt das Ziel, im gemeinsamen Diskurs Strategien für die nachhaltige Entwicklung der ländlichen Räume zu erarbeiten. Die DLKG spricht damit gleichermaßen sowohl Planer als auch Praktiker aus privaten und öffentlichen Einrichtungen der Landentwicklung, aber auch Wissenschaftler der verschiedenen anwendungsorientierten Disziplinen an.

Regional erfolgt die DLKG-Arbeit in sieben Landesarbeitsgruppen (Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz/Hessen/Saarland, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen), die wiederum maßgebliche Impulse in den bundesweiten Diskurs einbringen.

Geschäftsstelle und Ansprechpartner im Vorstand

Viola Kranich (Geschäftsstelle)
Prof. Dr. Karl-Heinz Thiemann (Vorsitzender DLKG)
Dipl.-Ing. geod. Thomas Mitschang (stellvertretender Vorsitzender DLKG)
Dipl.-Ing. Joachim Omert (Geschäftsführer DLKG und stellv. Vorsitzender der Arbeitsgruppe Bayern)
Dipl.-Ing. Stefanie Flecke (Kassenführerin DLKG)
Dipl.-Ing. Claudia Kallning (Arbeitsgruppe Baden-Württemberg)
Dipl.-Ing. Dr. Harald Volz (Arbeitsgruppe Bayern)
Dipl.-Verm.-Ing. Andreas Peter (Arbeitsgruppe Nordrhein-Westfalen)
Dr.-Ing. Andrea Soboth (Arbeitsgruppe Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland), © Richard Stephan Fotografie
Dipl.-Ing. Anja Portsch (Arbeitsgruppe Sachsen)
Dipl.-Ing. Kerstin Ebke (Arbeitsgruppe Schleswig-Holstein)

Zur Gründung

Die Gründung der DLKG geht auf das Jahr 1977 zurück. Indessen hatte sie einen Vorgänger, den seit den 60er Jahren bestehenden, von Professor Dr. C. Husemann (Berlin-Dahlem) unter dem Schirm der Landwirtschaftlichen Rentenbank in Frankfurt/M. ins Leben gerufenen Arbeitskreis für Kulturtechnische Forschung.

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In loser Zusammensetzung förderte und steuerte er die kulturtechnische Wissenschaft in Deutschland, und zwar in engem Kontakt mit dem Ausland. Nach Husemanns Tod übernahm Professor Dr. H. Baumann (Berlin, später Kiel) die Leitung und wurde nun zum Initiator und Ideengeber bei der Gründung der DLKG. Als Verfasser der ersten Satzung stand ihm Präsident F.-J. Lillotte (Münster) zur Seite. Die Satzung wurde später von G. Terhardt (verstorben) und K. Reschke fortgeschrieben und in neuer Fassung 1992 verabschiedet.

Landeskultur ist wie kaum ein anderes Fach interdisziplinär orientiert. Das sollte dann auch bei der Arbeit der DLKG seinen Niederschlag finden und verwirklicht werden mit dem erklärten Ziel, die hierbei mitwirkenden Berufe zu vereinigen und jede Eingleisigkeit zu vermeiden: also Landwirte, Juristen, Geodäten, Wasserwirtschaftler, Geografen, Geologen/ Bodenkundler, Biologen, Landschaftsarchitekten, Forstleute, und zwar aus Wissenschaft, Verwaltung, Praxis und Verbänden. Welche andere wissenschaftliche Gesellschaft kann solche Vielfalt aufweisen?

Vorsitzende der DLKG war 1976 bis 1982 Professor Dr. H. Baumann (Kiel) – bis zu seinem Tode 1991 Ehrenvorsitzender; danach 1983 bis 1990 Professor Dr. N. Knauer (Kiel), 1991 bis 1998 Professor Dr.-Ing. R. Hoisl (München), 1998 bis 2010 Dr. A. Werner (Müncheberg) und seit 2010 Prof. Dr.-Ing. K.-H. Thiemann (München). Der zwölfköpfige Vorstand, ebenso wie der Vorsitzende auf jeweils vier Jahre gewählt, weist eine regionale und wiederum interdisziplinäre Streuung auf. Außer dem Vorsitzenden und seinem Stellvertreter gehören ihm der Geschäftsführer und der Kassenführer sowie einem Vertreter der ArgeLandentwicklung an, und im übrigen sind wiederum die Länderarbeitsgruppen durch ihre Obleute vertreten.

Auch hierbei war Baumann die treibende Kraft: alsbald nach der Gründung bildeten sich Arbeitsgruppen in den Ländern, und seit 1990 im Beitrittsgebiet, die über größere Veranstaltungen und Exkursionen hinaus die persönliche und kollegiale Kontaktpflege betrieben.

Rund um alle Probleme des ländlichen Raumes und nicht allein der Agrarstruktur entwickelten sich von 1977 an die jährlichen bzw. zeitweise zweijährlichen Jahres- bzw. Bundestagungen. Fachübergreifend waren und sind die Themen und die Besetzung mit den Vortragenden. Die behandelten Themen waren entweder allgemeiner Art, vor allem im Sinne der Einbettung in die Agrarpolitik bzw. der Politik für den ländlichen Raum, wie z.B. 2003 mit dem Thema des Überganges von der "alten" Flurbereinigung über die Landentwicklung zur Integrierten Ländlichen Entwicklung. Spezieller Art dagegen waren z.B. die Bearbeitung der Feldberegnung, der Gewässerpflege oder der Strukturelemente in der Agrarlandschaft. So ergibt sich ein bestimmter Rhythmus in vielfältiger Weise. Die erste Tagung der DLKG fand am 21. und 22. April 1977 in Gießen statt.

Der Gründungsvorsitzende der DLKG, Professor Dr. H. Baumann (Kiel), eröffnete die damalige Veranstaltung mit Worten, die nach fast 30 Jahren in weitestem Maße ihre Gültigkeit behalten haben; ging er doch auf den Landeskulturbegriff im eigentlichen Sinne ein: gemeint ist die Einheit von Nutzen und Pflegen der Agrarlandschaft. Die Ansprache wurde in der Zeitschrift für Kulturtechnik und Flurbereinigung 18 (1977), S. 258-260 veröffentlicht. Damit wurde diese Zeitschrift zum "Hausorgan" der DLKG, später fortgeführt als Zeitschrift für Landnutzung und Landentwicklung, aber bedauerlicherweise mit Vol. 5 des Jg. 44 (2003) eingestellt. Bis dahin wurden alle Vorträge und sonstigen Ergebnisse der Jahrestagungen hierin veröffentlicht (Originalbeiträge).

Ab 1990 vollzog sich rasch die Integration des Beitrittsgebietes und seiner vielen hochinteressierten und wohlgerüsteten Landeskulturfachleute. Schon 1992 fand dort – in Jena – erstmals eine Bundestagung statt. Hiermit gesellten sich zu den "klassischen" Standorten der landeskulturellen Forschung – in Berlin-Dahlem, Kiel, Bremen, Bonn, Gießen und München – solche aktiven Einrichtungen hinzu wie in Jena und Müncheberg.

von Kurt Reschke, Bremen
Der Verfasser war 1980 bis 1990 Obmann der Arbeitsgruppe Nordrhein-Westfalen und 1991 bis 1994 Schriftführer der DLKG.


 

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