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Ländlicher Raum. Beweg Dich.EU!

36. Bundestagung vom 8. bis 10. September 2015 in Birkenfeld

Das Phänomen strukturschwacher Regionen, die von wirtschaftlichen Problemen und Abwanderung betroffen sind, ist nicht neu, sondern seit jeher eine Herausforderung in der Landesentwicklung. Neu ist jedoch die Überlagerung mit den Folgen des demografischen Wandels.

Um den sich daraus ergebenden Herausforderungen wirksam begegnen zu können und die Chancen für die Entwicklung der ländlichen Räume zu nutzen, hat die Deutsche Landeskulturgesellschaft (DLKG) gemeinsam mit Praktikern und maßgeblichen Institutionen wie der Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft Nachhaltige Landentwicklung (ArgeLandentwicklung) in den letzten Jahren das Konzept des demografiegerechten, sozialen Dorfumbaus entwickelt, der in eine gemeindeübergreifende regionale Entwicklungsstrategie (ILE) eingebunden sein muss. In diesem Zusammenhang ist festzustellen, dass dem Thema „Mobilität“ in all seinen Facetten eine Schlüsselrolle bei der Weiterentwicklung schrumpfender Regionen zukommt. Als Beispiele seien nur eine leistungsfähige Breitbandversorgung, tragfähige Verkehrsangebote, die Nahversorgung durch fahrende Händler und Dienstleister oder die mobile medizinische Versorgung und Pflege genannt.

Da es keine Patentrezepte zur Entwicklung ländlicher Räume geben kann, sind die konkreten Strategien und einzelnen Projekte natürlich in den Regionen durch die Akteure selbst zu erarbeiten und umzusetzen, abgestimmt auf die örtlichen Verhältnisse. Dies setzt wiederum aktive und initiative ländliche Räume voraus, die – bildlich gesprochen – agil sind und sich bewegen.

In diesem Sinn war das Tagungsthema der 36. Bundestagung der DLKG vom 8. bis 10. September 2015 in Birkenfeld (Rheinland-Pfalz) „Ländlicher Raum. Beweg Dich. EU – Schlüssige Ansätze zur Weiterentwicklung ländlicher Räume aus der Blickrichtung europäischer Staaten“ bewusst gewollt doppeldeutig zu verstehen. Es sollte auf die Mobilität als wichtiges Themenfeld der Erarbeitung von regionalen Entwicklungsstrategien hinweisen, und es sollte zugleich die Eigeninitiative der Akteure im ländlichen Raum als notwendige Voraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung betonen.

In einem internationalen Erfahrungsaustausch wurden innovative Ideen und neue Handlungsansätze zur Weiterentwicklung schrumpfender Regionen anhand von Strategien und konkreten Beispielen aus der Schweiz, Frankreich, Belgien, Luxemburg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland vorgestellt, diskutiert und erörtert.

Damit wurden wesentliche Ansätze zur Lösung zentraler Schlüsselfragen erarbeitet:

  1. Wie können die lokalen und regionalen Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten verbessert werden?
  2. Wie kann eine ausreichende Mobilität in schwach besiedelten Regionen gewährleistet werden?
  3. Wie können zukunftsfähige sorgende Gemeinschaften im ländlichen Raum initiiert und aufgebaut werden?
Exkursion in den Nationalpark Hunsrück-Hohenwald (Quelle: DLKG)

Exkursion in den Nationalpark Hunsrück-Hohenwald

Die große Resonanz von über 100 Teilnehmern aus dem gesamten Bundesgebiet und dem benachbarten Ausland verdeutlicht die Bedeutung des Themas „Mobilität“ für die Entwicklung der ländlichen Räume.

Die drei Thementische (Workshops) des ersten Tages, die exzellenten Referenten mit ihren Vorträgen sowie aufschlussreiche Diskussionen und die anregenden Exkursionen am dritten Tag haben den Erfolg der Tagung sichergestellt, einen internationalen Erfahrungsaustausch ermöglicht und richtungsweisende Impulse zum dringend notwendigen demografiegerechten Dorfumbau gegeben, die nachhaltig weiter wirken werden.

Vorträge/Präsentationen

Download im PDF-Format

Ségolène Charvet
Geschäftsführerin Terroir Moselle EWIV, LUXEMBURG
Terroir Moselle: Beispielhafte Zusammenarbeit zwischen Rheinland-Pfalz, Saarland, Lorraine und Luxemburg

Philippe Eschenauer
LAG Miselerland, LUXEMBURG
LEADER-Periode 2014-2020 – Erste grenzüberschreitende Strategie im europäischen Moseltal

Marianne Granz
Ministerin a.D., Präsidentin Europ´Age, Saarbrücken
Wie gehen wir mit den Älteren in ländlichen Räumen um? – Strategien für Europäische Partnerländer

Moritz Kirchesch
Deutsche Vernetzungsstelle, Bonn
Zur Notwendigkeit von Mobilität in ländlichen Räumen

Gérard Peltre
Präsident der R.E.D., Lachaussée, FRANKREICH
Wiederbelebung des „leergelaufenen“ Lachaussée im wirtschaftlichen, sozioökonomischen und kulturellen Sektor mit Mikroinitiativen vor Ort