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Dörfer ohne Menschen!? –
Zwischen Abriss, Umnutzung und Vitalisierung

30. Bundestagung vom 14. bis 16. Oktober 2009 in Würzburg

Großes Interesse fand das Thema der diesjährigen Bundestagung der Deutschen Landeskulturgesellschaft auf der Festung Marienberg in Würzburg. Gemeinsam mit den beiden Mitveranstaltern, der Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft Landentwicklung und der Bayerischen Akademie Ländlicher Raum e.V., konnten rund 270 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet und den angrenzenden deutschsprachigen Nachbarländern begrüßt werden.

In der dreitägigen Veranstaltung wurde das Spannungsfeld deutlich, in dem der ländliche Raum und seine Dörfer aktuell stehen. Zum einen sind bereits heute aufgegebene landwirtschaftliche Betriebe, leerstehende Häuser, für immer geschlossene Nahversorgungs- und Infrastruktureinrichtungen, Überalterung und ein mitunter dramatischer Bevölkerungsrückgang durch Abwanderung für viele Dörfer bittere Realität. Demgegenüber bietet der Wandel den ländlichen Siedlungen trotz schwieriger Rahmenbedingungen auch Chancen, die es konsequent zu nutzen gilt.

Eröffnet wurde die Tagung mit einem halbtägigen Workshop, wo sich jeder Tagungsteilnehmer mit der aktuellen Situation in den Dörfern auseinander setzen musste. Die Arbeitsergebnisse profitierten hier sehr stark von der interdisziplinären Zusammensetzung der Tagungsgäste.

Die von Kommunalpolitikern, Hochschuldozenten, Planern, kirchlichen Bildungsträgern, Flurbereinigungsingenieuren und Studenten erarbeiteten Aussagen zu Infrastruktur und Daseinsvorsorge, zu den sozialen Prozessen im Dorf und zum partizipativen Flächenmanagement sind in den zehn Thesen der „Würzburger Erklärung“ zusammengefasst.

Im Mittelpunkt der Vortragsreihe am zweiten Tagungstag standen neue Strategien und zukunftsorientierte Konzepte für die Entwicklung des ländlichen Raums sowie der baulichen und sozialen Dorfinnenentwicklung. Die Notwendigkeit zur interkommunalen Zusammenarbeit wurde deutlich. Neben der Erörterung wissenschaftlicher Grundlagen und administrativer Rahmenbedingungen konnten neue Denkanstösse und Lösungsvorschläge präsentiert und deren Umsetzung am Beispiel ausgewählter Gemeinden erläutert werden.

Die DLKG-Bundestagung endete am Freitag mit Exkursionen zur kommunalen Allianz Oberes Werntal, in den Naturpark Steigerwald und auf die Mainfränkische Platte westlich von Würzburg. Mit Unterstützung des Amtes für Ländliche Entwicklung Unterfranken wurden eindrucksvolle Projekte zu den Themen Innenentwicklung und Flächenmanagement, zur interkommunalen und regionalen Zusammenarbeit präsentiert. Die Exkursionsteilnehmer konnten sich vom Erfolg verschiedener Dorferneuerungsmaßnahmen selbst überzeugen.

Die Inhalte der Vortragsveranstaltung werden in der DLKG-Schriftenreihe Heft 07/2010, im Frühjahr nächsten Jahres veröffentlicht.

Vorträge/Präsentationen

Download im PDF-Format

Wolfgang Borst
Bürgermeister Stadt Hofheim
Gemeinde Allianz – Hofheimer Land

Siegfried Erhard, Bürgermeister Oerlenbach
Interkommunale Zusammenarbeit, Gewerbeansiedlung und Leerstandsbörsen – ein erfolgreicher Weg für die Stabilisierung ländlicher Räume

Paul Frowein
Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinhessen-Nahe-Hunsrück
Mehr Dorf für weniger Bürger. Einführung zum Workshop 3

Martina Klärle
Professur für Landmanagement, Fachhochschule Frankfurt/ Main
Dorfentwicklung und Dorfumbau. Dörfer beleben – Flächen sparen

Theo Kötter, Universität Bonn
Neue Strategien für ländliche Räume in Deutschland?

Angela Kunz & Ulrike Schumacher
Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie Dresden
Dorf-GERECHT. Lebensqualität neu organisieren. Beispiele aus Sachsen

Anne Ritzinger
Lehrstuhl für Bodenordnung und Landentwicklung TU München
Haben unsere Dörfer noch Zukunft? Strategien für die Dorfentwicklung im  21. Jahrhundert

Andrea Soboth
Institut für Regionalmanagement
Mehr Dorf für weniger Bürger. Inputvortrag Workshop 1

Otmar Weber
Agentur Ländlicher Raum, Saarbrücken
Selbst ist das Dorf – Flächensparen in kommunalen Projekten

Johann Wiesmaier, Bürgermeister Gemeinde Fraunberg
Mit Bauleitplanung nachhaltige Entwicklung steuern – Von Planungshoheit zu Planungsverantwortung in der Gemeinde Fraunberg