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Verleihung des Förderpreises 2016

an M.Sc. Thomas Machl
für die Entwicklung eines Werkzeugs zur landesweit flächendeckenden
Analyse landwirtschaftlicher Transportbeziehungen in Bayern

von links: Prof. Dr. Karl-Heinz Thiemann (Vorsitzender der DLKG), M.Sc. Thomas Machl und Laudator Ministerialdirigent Maximilian Geierhos (Quelle: LfL Bayern)

von links: Prof. Dr. Karl-Heinz Thiemann (Vorsitzender der DLKG), M.Sc. Thomas Machl und Laudator Ministerialdirigent Maximilian Geierhos

Die Deutsche Landeskulturgesellschaft (DLKG) hat auf ihrer 37. Bundestagung vom 7. bis 9. Juni 2016 in Freising-Weihenstephan den diesjährigen Förderpreis der DLKG an Herrn M.Sc. Thomas Machl vom Lehrstuhl für Geoinformatik der Technischen Universität München (TUM) vergeben. Die DLKG würdigt damit die von Herrn Machl erarbeitete "Entwicklung eines Werkzeugs zur landesweit flächendeckenden Analyse landwirtschaftlicher Transportbeziehungen in Bayern".

Die Forschungsergebnisse sind unter dem gleichnamigen Titel als Beitrag in Heft 3/2016 (S. 197–205) der Zeitschrift für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement (zfv) publiziert worden.

Ministerialdirigent Maximilian Geierhos, Leiter der Bayerischen Verwaltung für Ländliche Entwicklung und Vertreter Bayerns im Plenum der Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft Nachhaltige Landentwicklung, hob in seiner Laudatio die wissenschaftliche Leistung und praktische Bedeutung der Forschungsarbeiten von Machl hervor. Das entwickelte Werkzeug ist in der Lage, mit hoher Performanz und Genauigkeit landesweit flächendeckend auf Basis verfügbarer Geodaten die Hof-Feld-Pfade für alle landwirtschaftlichen Betriebe zu den jeweils zugehörigen Feldstücken vollautomatisiert zu berechnen und weiter zu analysieren.

Laudator Maximilian Geierhos, Ministerialdirigent im Bayerischen Staatsministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Leiter der Bayerischen Verwaltung für Ländliche Entwicklung und Vertreter Bayerns im Plenum der Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft Nachhaltige Landentwicklung (Quelle: LfL Bayern)

Laudator Maximilian Geierhos, Ministerialdirigent im Bayerischen Staatsministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Leiter der Bayerischen Verwaltung für Ländliche Entwicklung und Vertreter Bayerns im Plenum der Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft Nachhaltige Landentwicklung

Die Erfassung der landwirtschaftlichen Transport- und Fahrwege stützt sich im Wesentlichen auf vorhandene anonymisierte InVeKoS-Daten der Landwirtschaftsverwaltung und Geobasisdaten des Bayerischen Landesamtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung (ATKIS und Hauskoordinaten). Daher wäre auch eine Übertragung auf andere Bundesländer mit vergleichsweise geringem Aufwand möglich.

Das von Herrn Machl erstellte GIS-Werkzeug kann sowohl zur Analyse des Ist-Zustandes im Kontext der Erstellung von regionalen Wegebaukonzepten als auch zur objektiven Bewertung verschiedener Planungsszenarien eingesetzt werden. So können zum Beispiel Schwachstellen im bestehenden Wegenetz, die mehrere Betriebe oder ein größeres Gebiet betreffen, schnell erkannt und planerische Überlegungen zur Abhilfe durch vereinfachte Flurneuordnungsverfahren oder eine gezielte Wegebauförderung außerhalb der Bodenordnung getroffen werden. Das Werkzeug eröffnet bislang überhaupt nicht oder nur mit sehr hohem Aufwand mögliche Analysen von Wegenetzen und Fahrbeziehungen der Landwirtschaft und erlaubt darüber hinaus ein jährliches Monitoring. Es stellt eine bedeutende Innovation und einen großen Entwicklungssprung bei der Analyse von Wegenetzen und der Begleitung von Wegebauvorhaben dar. Die sehr anspruchsvollen Forschungsarbeiten und deren -ergebnisse sind von hoher praktischer Bedeutung für die Landeskultur und beispielgebend für junge Wissenschaftler auf diesem Gebiet. Dies soll mit der Preisvergabe gewürdigt und herausgestellt werden.

Der Förderpreis der Deutschen Landeskulturgesellschaft wurde im Jahr 2008 ins Leben gerufen und erstmals vergeben (s. zfv 6/2008, S. 398), um besonders erfolgreiche Projekte in der Landentwicklung oder herausragende wissenschaftliche Forschungsarbeiten zu würdigen und dadurch hervorzuheben. Die auch als Deutscher Landeskulturpreis bekannte Auszeichnung wendet sich damit sowohl an die Praxis der Landentwicklung in Deutschland als auch an junge Nachwuchswissenschaftler mit ihren Forschungsergebnissen auf dem Gebiet der Landeskultur und Landentwicklung.