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Verleihung des Förderpreises 2008

an Dr.-Ing. Doris Schäuble für ihre Dissertation
Nutzungstausch auf Pachtbasis als neues Instrument der Bodenordnung

Erstmalig wurde der DLKG-Förderpreis für eine besondere Leistung zur Landeskultur vergeben.

Herr Minister Eckhard Uhlenberg, Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen überreichte am 16. Oktober 2008 im Rahmen der 29. Jahrestagung in Gummersbach den DLKG Förderpreis 2008.

Ausgezeichnet wurde Frau Dr.-Ing. Doris Schäuble für ihre Dissertation "Nutzungstausch auf Pachtbasis als neues Instrument der Bodenordnung".

Aus der Laudatio:

Frau Doris Schäuble hat in ihrer Dissertation mit dem Titel „Nutzungstausch auf Pachtbasis als neues Instrument der Bodenordnung“ die wissenschaftlichen Grundlagen für eine neue Methodik zur Zusammenlegung von landwirtschaftlichen Nutzflächen auf der Basis des in praktischer Arbeit neu entworfenen Instrumentes entwickelt. Der besondere Wert der Arbeit wird deutlich, wenn man sich vor Augen hält, dass vor allem in den ehemaligen Realteilungsgebieten Deutschlands nach wie vor eine starke Besitzzersplitterung vorliegt und für über 75 % der Agrarflächen ein dringender Arrondierungsbedarf besteht. Nur durch eine weitere Zusammenlegung kann auch in Zukunft eine flächendeckende Landwirtschaft und damit Pflege der Kulturlandschaft sichergestellt werden. Auf Grund ihrer begrenzten Kapazität kann die Bodenordnung nach dem Flurbereinigungsgesetz diesen Neuordnungsbedarf jedoch kaum erfüllen. Hinzu kommt, dass die Effektivität der Bodenordnung auf Eigentumsbasis bei stetig steigendem Pachtlandanteil stark abnimmt.

Vor diesem Hintergrund kann der Freiwillige Nutzungstausch auf Pachtbasis die Instrumente zur ländlichen Neuordnung wirkungsvoll ergänzen. Obwohl Vorläufer und erste Ursprünge bis in die 40er Jahre des vorigen Jahrhunderts zurückreichen, lag bisher keine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Thematik vor. Diese Lücke wird durch die Dissertation von Frau Schäuble geschlossen. Dabei konnte sie die praktischen Erfahrungen umfassend einbeziehen und auswerten.

Einleitend stellt die Arbeit die Entwicklung und gegenwärtige Praxis der freiwilligen Bodenordnung in Deutschland erstmals geschlossen dar. Hierauf aufbauend werden repräsentative Fallbeispiele ausgewählt und eingehend analysiert, was die Erfolgsfaktoren, aber auch die bisher ungeklärten Problembereiche hervortreten lässt. Die weitere Betrachtung führt im Ergebnis zu einer Systematik der verschiedenen Vorgehensweisen und geschlossenen Methodik der Flächenarrondierung auf Pachtbasis. Dabei werden sowohl die einzelnen Verfahrensschritte systematisch entwickelt, als auch alle bislang offenen Rechtsfragen geklärt.

Die Dissertation zeichnet sich vor allem durch ihren umfassenden Ansatz sowie ihre tief greifende Evaluation und stringente Behandlung der überaus komplexen Materie aus. Sie findet mittlerweile bundesweit Beachtung und gibt der Landentwicklung wichtige Impulse zur Intensivierung der freiwilligen Bodenordnung.