DLKG-Landesgruppe Baden-Württemberg besucht BUGA 2019

 

Bericht:

Klaus Wingerter

Fast eine Selbstverständlichkeit war es, dass sich die Landesgruppe als Exkursionsziel die BUGA in Heilbronn aussuchte, lag die letzte Bundesgartenschau (BUGA) in Baden-Württemberg (Stuttgart 1993) doch schon lange zurück.

Drei Tage Regenwetter vor der Exkursion ließ die Erwartungshaltung nur geringfügig zurückgehen. Schließlich sind DLKG-Mitglieder ausreichend außendienstgefestigt. Pünktlich am Exkursionstag verschwanden dann aber die Regenwolken und es wurde ein überwiegend sonniger Tag. Unsere 14-köpfige Gruppe, zu der sich auch ein paar Kollegen aus Rheinland-Pfalz hinzugesellt hatten, machte sich dementsprechend erwartungsvoll auf den Weg zu einem Erlebnistag, der – das schon vorausgeschickt – durch Frau Hilland und Frau Kallning hervorragend organisiert war.

Nun könnte man meinen, eine Gartenschau mit schönen Gartenblumen, Stauden, Zierpflanzen, netten Pavillons, Wasserspielen usw. wäre kein passendes Thema für eine Gesellschaft, die sich mit Landeskultur, also eher größeren (um nicht zu sagen gröberen) Strukturen, beschäftigt.

Doch weit gefehlt! Lassen wir dazu die sicher auch sehr schönen Blumenarrangements, die das Herz so manches Gartenfreundes höher schlagen lassen, mal außen vor.

Herr Fries, ein fachkundiger BUGA-Mitarbeiter begrüßte uns zu einer kleinen Führung Hier konnten wir sehr viel über die Stadtentwicklung Heilbronn erfahren, die mit der BUGA eng verbunden ist:

Das Gartenschaugelände liegt auf rund 40 ha großen Fläche nahezu inmitten von Heilbronn. Es handelt sich um ein ehemaliges Hafen-, Bahn- und Industriegelände, das von der Stadt vollständig aufgekauft werden konnte. Von vornherein war klar, dass nur ein Teil des Gartenschaugeländes dauerhaft als Naherholungsgebiet und Parkgelände bestehen bleiben wird. Der größte Teil wird innerstädtische Wohnbebauung, in der später 3500 Einwohner leben und auch 1000 Menschen arbeiten sollen. Ein Teil dieser geplanten Gesamtbebauung ist bereits realisiert und als „Stadtausstellung“ Teil der BUGA. Spannend war besonders das Gesamtkonzept, das ein Nebeneinander von Miet- und Eigentumswohnungen, gefördertem Wohnungsbau und Nahversorgungseinrichtungen vorsieht. Aber auch die Anbindung an das Stadtzentrum, das benachbart gelegene Wissenschafts- und Technologiezentrum oder den Bildungscampus wurden berücksichtigt. Die Abkehr von einer autoorientierten Flächennutzungs- und Verkehrspolitik, Inklusion sowie automatisierte und bedürfnisorientierte Kauf- und Lieferkonzepte sind weitere Themen, die angegangen wurden. Mindestens genauso spannend war die bauliche Gestaltung. Hätte man bei durchweg fünf- bis neunstöckige Gebäude trostlose Häuserschluchten erwarten können, war man doch sehr überrascht über die Vielzahl der Gebäudevarianten. Dies lag daran, dass man die Bebauung nicht einem Generalunternehmer überließ, sondern vierzehn Investoren mit unterschiedlichen Architekten zum Zuge kamen. So konnte man z.B. auch etwas über das höchste, neungeschossige Vollholzhaus Deutschlands erfahren.

Es würde zu weit führen, hier ins Detail zu gehen. Daher wird Interessenten die Darstellung auf der Internetseite der BUGA (www.buga2019.de) empfohlen.

Solchermaßen in moderner Stadtplanung fortgebildet, machte sich unsere Gruppe nach Abschluss der Führung dann mehr oder weniger individuell doch auf den Weg zu den farbenprächtigen Pflanzenschönheiten der BUGA und anderen Ausstellungshighlights, nicht auch ohne unterwegs an schönen Plätzchen die eine oder andere beschauliche Ruhepause einzulegen.

Je nach Interessenlage konnten dann noch weitere Attraktionen erkundet werden, so z.B. bionische Pavillons, Apothekergärtchen, Bienenzucht usw. Ein spannendes Highlight für Technikaffine war der Stand des Landwirtschaftlichen Technologiezentrums Augustenberg, an dem man erfahren konnte, wie mit Drohnen Gartenbau, Landbau, Baumpflege und Forstwirtschaft unterstützt werden kann, z.B. durch Einsatz von Infrarotkameras.

Mit plattgetretenen Füßen machte sich unsere Gruppe dann gegen Abend auf den Weg in eine Weinstube, um den Abend gemütlich ausklingen zu lassen. Ein paar Unermüdliche hatten sich sogar noch vorgenommen, die spätabends stattfindende, mit Popmusik untermalte Wasserfontänenschau anzusehen. Auch das Warten hierauf ließ sich durch einen Zwischenstopp in einem Gartenlokal verkürzen und wurde letztlich mit einer spektakulären Show belohnt.